2017: EU will ab 2020 Verbrauchsmessung im Auto

Für den Insider ist es die Abwehr eines Großbetrugs für den uninfnormierten Bürger der totale Überwachungsstaat. Hintergründe zur geplanten Verbrauchsmessung.



  NEFZ und Praxis bei 3 Autos


NEFZ steht für neuer europäischer Fahrzyklus und steht für die derzeit in der EU gültige Messnorm für PKW. Im Vergleich treten Opel Ampera, Dacia Lodgy und BMW 7er Plug-in Hybrid an.

Auto NEFZ Spritmonitor Unterschied
Opel Ampera 1,2 2,06 72%
Dacia Lodgy 90 PS Diesel 4,2 5,16 23%
BMW 7er Plug-in Hybrid 2,2 8,82 301%


In der Zeit, als der Opel Ampera entworfen wurde, gab es den Traum vom Plug-in Hybrid, 100 km Reichweite elektrisch, den Rest mit dem Verbrennungsmotor, 80% elektrisch 20% Benzin. Der Opel Ampera kam diesen Traum recht nahe. Etwa 70% elektrisch, 30% Benzin.

  Der gut informierte Plug-in Hybrid Käufer


Der Opel Ampera repräsentiert den gut informierten Plug-in Hybrid Käufer, das Auto wurde passend zum Fahrprofil gekauft. Seit Jahrzehnten gibt es ja in jeder Autofachzeitschrift die Frage Benzin oder Diesel. Das läuft sich meist auf bis soviel km pro Jahr Benzin, ab soviel km pro Jahr Diesel hinaus. Beim Plug-in Hybrid kommt es aber auch noch auf die Verteilung der Strecken an. So können 2 Fahrer mit jeweils 30.000 km pro Jahr völlig unterschiedliche Ergebnisse haben.

Fahrer A ist Langstreckenpendler. Zuhause aufladen, 50 km zur Firma, in der Firma aufladen, 50 km nach Hause. Das geht 100% elektrisch. Nur für lange Wochenendausflüge und die Urlaubsfahrt arbeitet noch der Benzinmotor. Das ist der ideale Plug-in Hybrid Kunde.

Fahrer B ist Fachjournalist. Genfer Autosalon, Hannover Industriemesse, IAA Frankfurt, Forum Neue Energiewelt Berlin. Wenn von Salzburg nach Hannover nur die ersten 80 km mit Strom gefahren werden, dann sind es 10% Strom, 90% Benzin. Der ungünstigst denkbare Plug-in Hybrid Kunde. Mit einem Opel Ampera wäre ich vermutlich auf 30% Strom, 70% Benzin gekommen.

Aber selbst beim Opel Ampera sehen wir, dass die Normverbrauchsformel für Plug-in Hybrid sehr manipulativ ist: 72% zwischen Norm und Praxis.

  Der nicht beratene Plug-in Hybrid Käufer


2015 erlebte ich auf der IAA Frankfurt die totale Beratungsverweigerung. "Auf dem Schild steht der Verbrauch". So wurde der BMW 7er Plug-in Hybrid auch und ich vermute sogar hauptsächlich an die denkbar ungünstigsten Plug-in Hybrid Kunden verkauft: Geschäftsleute die ständig lange Strecken fahren. Die Werte auf Spritmonitor.de lassen 30% Strom, 70% Benzin vermuten.

301% Abweichung zwischen Norm und Praxis ist absolut Rekordverdächtig.

  Die EU will den Praxisverbrauch bewerten


Hätte BMW den 7er Plug-in Hybrid nach ausführlichen Beratungsgesprächen und der Ermittlung des Fahrprofils nur an Mittelstreckenpendler verkauft, für Langstreckenpendler ist die elektrische Reichweite zu kurz, würden jetzt statt 8,82 wohl nur 4 bis 5 Liter bei Spritmonitor.de aufscheinen.

Man könnte sich jetzt unheimlich komplizierte Bestimmungen für den Normverbrauch ausdenken. So kompliziert, dass ein Verbrauchsmesser in jedem Auto im Vergleich dazu eine sehr einfache Lösung ist. So wird auch das unterschiedliche Fahrverhalten der Kunden mit einbezogen. Wer einen Dacia kauft wird in seinem Fahrverhalten näher am NEFZ sein, als jemand der wegen dem Slogan "Freude am Fahren" bei BMW ein 300 PS Auto kauft.

  Beihilfe zum Betrug


Mit dem derzeitigen Normverbrauchsverfahren kann man mit Plug-in Hybrids die von der EU vorgegebenen Flottennormen jederzeit am Papier einhalten. Ein Versuch diese neue Norm abzuwehren muss daher als Beihilfe zum Betrug gewertet werden.

Besonders die deutsche Regierung muss vor einer solchen Beihilfe zum Betrug dringend gewarnt werden.



  Angela Merkel und die Autoindustrie


Betrachten wir einmal die Performance der Regierungen unter Angela Merkel in einem weniger emotionalen Bereich als der Flüchtlingspolitik: Die Autoindustrie.

1992: Das Rügen Experiment
Unter Forschungsminister Heinz Riesenhuber und Umweltministerin Angela Merkel fand von 1992 bis 1996 auf der Insel Rügen die Beweisführung zur Untauglichkeit von Elektroautos statt.


2007: Das Merkel Versagen beginnt
Bereits am 31. Jänner 2007 der erste Aufruf an Merkel, um zu verhindern, dass die deutsche Autoindustrie sich auf ihren Lorbeeren ausruht und den Anschluss verliert.


2008: Merkel in der Ölpreiskrise
Die Ölpreiskrise hätte zu wichtigen industriepolitischen Weichenstellungen in der deutschen Autoindustrie führen müssen. Statt dessen erbärmliches Winseln um niedrigere Ölpreise


2009: China kündigt drastische Zulassungsbestimmungen an
Der chinesische Amtskollege zu Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel: ''Hast Du einen einzigen Benzinroller gesehen? Gibt's nicht mehr, nicht mehr zulassungsfähig, nur mehr Elektroroller''.


2010: Elektroauto mit 300 km Reichweite
Die Sensation am Genfer Autosalon: das erste familientaugliche Elektroauto mit 300 km Reichweite. Mit dem BYD e6 bricht die Elektromobilität aus schmalen Nischenmärkten aus.


2011: Die Betrugsformel für Plug-in Hybrid Verbrauchsmessung
Deutschland konnte die EU-Vorgaben bei der CO2-Emission für die Autoindustrie nicht senken. Doch die Betrugsformel zum Schönrechnen von Plug-in Hybrids gelingt.


2012: Elektrobuskonferenz München
Groteske Verbrauchsunterschiede zwischen Elektrobus und dem Wasserstoff-Brennstoffzellenbus. Trotzdem wird weiterhin viel Forschungsgeld in Wasserstofffahrzeuge versenkt.


2013: Studie Markteinführung Elektroautos
Die deutsche Autoindustrie hat es sogar geschafft das staatsnahe Forschungsinstitut Fraunhofer zu korrumpieren. Eine unwissenschaftliche Arbeit zum Markt von Elektroautos zeigt es.


2014: Tesla kündigt 50 GWh Akkufabrik an
Die Größe der geplanten Fabrik zeigt den Willen nicht nur in der Oberklasse zu verkaufen. Mit der Produktionskapazität ist ein breiter Angriff in die obere Mittelklasse möglich.


2015: VW Dieselgate
Großbetrug als Industriepolitik und die Folgen wenn es auffliegt. Die deutsche Politik hat systematisch ein Umfeld geschaffen, wo Volkswagen dachte damit durch kommen zu können.


2016: China Schock 8% Quotenregel für Elektroautos
Jahrelanger Tiefschlaf der deutschen Autoindustrie, ein paar rollende Verzichtserklärungen, um zu behaupten, man würde ja Elektroautos bauen. Doch dann der Weckruf aus China.


2017: Mercedes hat das Kodak Syndrom
Kodak war führend bei Digitalkameras, nur hatte man Angst diese zu verkaufen. Fragen Sie einmal einen Mercedes Händler nach dem Denza 400 mit 62 kWh Akku und 400 km Reichweite.


2017: Merkel sieht schwarz für deutsche Autoindustrie
Bei einem Treffen mit ihren Kollegen aus der EU schnitt die Kanzlerin nach SPIEGEL-Informationen ein heikles Thema an: den absehbaren Niedergang einer deutschen Vorzeigebranche.


2018: Dieselfahrverbot
Deutschand hat keine Regierung sondern eine Reagierung. Statt aktiver Gestaltung gibt es nur das Reagieren auf Katastrophen der verschiedensten Art.




Kontext Beschreibung:  Datum Zeit Monat 12 Dez Dezember Herbst Winter 2017-12-02
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