2016: China Schock 8% Quotenregel für Elektroautos

Jahrelanger Tiefschlaf der deutschen Autoindustrie, ein paar rollende Verzichtserklärungen, um zu behaupten, man würde ja Elektroautos bauen. Doch dann der Weckruf aus China.



  ARD: Das Märchen von der Elektromobilität




Wenn sogar der staatliche Fernsehsender ARD über die deutsche Autoindustrie herzieht, dann ist wohl klar wie katastrophal die Lage ist.

  China: 7 Jahre nach der ersten Ankündigung


Es hat sehr lange gedauert. Ich hätte 2009 damit gerechnet, dass die chinesische Regierung 2013, spätestens 2014 ihre Ankündigung von 2009 verwirklicht. Es gab dazu verschiedene Theorien. Etwa Musterregionen, in denen nur noch Elektroautos zulassungsfähig sind. "Vom Punkt in die Fläche" ist ein Zitat von Deng Xiaoping, der damit meinte Experimente in Modellregionen durchzuführen und bei Erfolg auf ganz China auszubreiten.

Was dann heraus kam war eine Quotenregelung. 2018 müssen mindestens 8% der Neuzulassungen Elektroautos sein.

  Weitere Hinweise von 2014 - China meint es ernst!


Hier ein Bericht von "die Welt" am 29. August 2014. Zitat: Doch anders als Berlin oder Brüssel macht Peking mächtig Druck, hat gerade die Förderung noch einmal erhöht, ein 16-Milliarden-Programm für die Ladeinfrastruktur angestoßen und will die Immobilienbranche dazu verdonnern, mindestens 30 Prozent aller Parkplätze in neuen Wohnsiedlungen für Elektroautos auszurüsten. "Die meinen es wirklich ernst", sagt Röhringer und ist froh, dass es auf dem BYD-Gelände für Denza reichlich Platz gibt. "Denn es ist gut möglich, dass China tatsächlich bald der größte EV-Markt der Welt ist."

  Die Konkurrenz in China


Nur Mercedes hat ein für den chinesischen Markt konkurrenzfähiges Elektroauto: Den Denza mit 400 km Reichweite. Kennen Sie nicht? Noch nie gehört? Denza ist eine Kooperation zwischen Mercedes und BYD. Der Denza wird nicht in Europa verkauft. Europäer müssen sich bei Mercedes mit B-Ware zufrieden geben. Im Denza sind 62 kWh Akku verbaut, in der B-Ware für Europa nur 28 kWh.

Platzhirsch in China ist BYD. Das 2010 vorgestellte Elektroauto BYD e6 hat bei der Modellpflege 2015 einen von 60 auf 82 kWh vergrößerten Akku bekommen. Wer noch mehr Akku möchte, wird nur bei Tesla fündig.

Der BYD Qin Plug-in Hybrid ist in der Klasse von BMW 3er, Mercedes C und VW Passat. Mit 13 kWh Akku ist dieser deutlich größer als bei der europäischen Konkurrenz.

Der BYD Tang Plug-in Hybrid ist in der Klasse von BMW X5, BMW X6 und Audi Q7. Mit 18,4 kWh Akku ist dieser deutlich größer als bei der europäischen Konkurrenz. Hier ein Bericht in Auto Motor und Sport. Besonders lesenswert ist dabei ein Leserbrief, hier ein Zitat:

"Bezahlt habe ich 209.800 RMB (Chinesische Währung) was 26.977 Euro entspricht. Dieser Preis schließt die Überführung, die Zulassung samt Nummernschildern und die gesetzliche Haftpflicht (!) bereits ein, sowie einen unbegrenzten Internetzugang. Im ersten Jahr sind Inspektionen kostenlos. Die Garantie beträgt 6 Jahre, maximal 150.000 km."

Der Rest liest sich einfach nur mehr erschütternd. Selbst wenn die deutschen Hersteller genug Produktionskapazität hätten, um die 8% Elektroautoquote zu erfüllen, diese Fahrzeuge müssen gegen extrem starke chinesische Konkurrenz auch noch verkauft werden.



  Angela Merkel und die Autoindustrie


Betrachten wir einmal die Performance der Regierungen unter Angela Merkel in einem weniger emotionalen Bereich als der Flüchtlingspolitik: Die Autoindustrie.

2007: Das Merkel Versagen beginnt
Bereits am 31. Jänner 2007 der erste Aufruf an Merkel, um zu verhindern, dass die deutsche Autoindustrie sich auf ihren Lorbeeren ausruht und den Anschluss verliert.


2008: Merkel in der Ölpreiskrise
Die Ölpreiskrise hätte zu wichtigen industriepolitischen Weichenstellungen in der deutschen Autoindustrie führen müssen. Statt dessen erbärmliches Winseln um niedrigere Ölpreise


2009: China kündigt drastische Zulassungsbestimmungen an
Der chinesische Amtskollege zu Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel: ''Hast Du einen einzigen Benzinroller gesehen? Gibt's nicht mehr, nicht mehr zulassungsfähig, nur mehr Elektroroller''.


2010: Elektroauto mit 300 km Reichweite
Die Sensation am Genfer Autosalon: das erste familientaugliche Elektroauto mit 300 km Reichweite. Mit dem BYD e6 bricht die Elektromobilität aus schmalen Nischenmärkten aus.


2011: Die Betrugsformel für Plug-in Hybrid Verbrauchsmessung
Deutschland konnte die EU-Vorgaben bei der CO2-Emission für die Autoindustrie nicht senken. Doch die Betrugsformel zum Schönrechnen von Plug-in Hybrids gelingt.


2012: Elektrobuskonferenz München
Groteske Verbrauchsunterschiede zwischen Elektrobus und dem Wasserstoff-Brennstoffzellenbus. Trotzdem wird weiterhin viel Forschungsgeld in Wasserstofffahrzeuge versenkt.


2013: Studie Markteinführung Elektroautos
Die deutsche Autoindustrie hat es sogar geschafft das staatsnahe Forschungsinstitut Fraunhofer zu korrumpieren. Eine unwissenschaftliche Arbeit zum Markt von Elektroautos zeigt es.


2014: Tesla kündigt 50 GWh Akkufabrik an
Die Größe der geplanten Fabrik zeigt den Willen nicht nur in der Oberklasse zu verkaufen. Mit der Produktionskapazität ist ein breiter Angriff in die obere Mittelklasse möglich.


2015: VW Dieselgate
Großbetrug als Industriepolitik und die Folgen wenn es auffliegt. Die deutsche Politik hat systematisch ein Umfeld geschaffen, wo Volkswagen dachte damit durch kommen zu können.


2017: Mercedes hat das Kodak Syndrom
Kodak war führend bei Digitalkameras, nur hatte man Angst diese zu verkaufen. Fragen Sie einmal einen Mercedes Händler nach dem Denza 400 mit 62 kWh Akku und 400 km Reichweite.


Merkel sieht schwarz für deutsche Autoindustrie
Bei einem Treffen mit ihren Kollegen aus der EU schnitt die Kanzlerin nach SPIEGEL-Informationen ein heikles Thema an: den absehbaren Niedergang einer deutschen Vorzeigebranche.




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