2010: Elektroauto mit 300 km Reichweite

Die Sensation am Genfer Autosalon: das erste familientaugliche Elektroauto mit 300 km Reichweite. Mit dem BYD e6 bricht die Elektromobilität aus schmalen Nischenmärkten aus.



Es gab damals zwar schon den Tesla Roadster mit 350 km Reichweite, aber dies war eben ein 2 sitziges Sportauto, daher untauglich für eine Familie.

Endlich ein Elektroauto, um in ganz Europa fahren zu können, vorgestellt von BYD. Bei einer Analyse der Strategie von BYD zeigt sich aber, die wichtigste Eigenschaft vom BYD e6 ist taxitauglich. Damit gibt es 3 unterschiedliche Strategien für den Elektroautomarkt:

  3 Marktstrategie die unterschiedlicher nicht sein könnten


Tesla bearbeitet mit dem Roadster den Markt hochpreisiger Sportwagen. Da wirbt man mit Sekunden von 0 auf 100, spontaner Kraftentfaltung, Fahrspaß.

BYD möchte auf dem Taximarkt. Da wirbt man mit TCO - Total Cost of Ownership, mit betriebswirtschaftlichen Argumenten.

Die übrigen wollen Elektroautos als Zweitauto verkaufen. Mangelnde Reichweite kein Problem, das Erstauto der Familie mit Verbrennungsmotor ist ja immer noch da. Da wirbt man mit Umweltimage bei jenen, die sich als Zweitwagen ein teures und eingeschränktes Fahrzeug leisten können. Rollende Verzichtserklärungen fürs Ökoimage.

  Der historische Siegeszug vom Mercedes Diesel als Taxi


Schon 1936 baute Mercedes den Mercedes-Benz Typ 260 D, der als Taxi verwendet wurde. Später wurde in Deutschland und Österreich der Mercedes Diesel das Standardtaxi mit extrem hohen Marktanteil. Wieso verbreitete sich der Diesel zuerst bei den Taxis? Der Dieselmotor war deutlich teurer als der Ottomotor, hatte aber einen geringeren Treibstoffverbrauch. Diesel war lange Jahre deutlich billiger als Benzin.

Den Vorteil der geringeren Treibstoffkosten konnte man aber nur nutzen, wenn man die höheren Anschaffungskosten auf viele km verteilen konnte. Am besten auch noch viele km im Stadtgebiet, wo der Verbrauchsvorteil gegenüber dem Benziner besonders groß war. Viele km, hauptsächlich im Stadtgebiet, das trifft auf Taxis zu.

Erst 1976, also 40 Jahre nach dem ersten Diesel PKW, begann die Expansion des Diesels in den breiten Massenmarkt mit dem VW Golf I Diesel.

Seit vielen Jahrzehnten gibt es in Autozeitschriften Wirtschaftlichkeitsberechnungen, welchen Motor man bei einem bestimmten Automodell wählen sollte. Da steht dann bis km pro Jahr der Benziner, ab km pro Jahr der Diesel.

  Der geplante Siegszug von BYD Elektrotaxis


Alles was man vor 60 Jahren über den Dieselmotor sagen konnte, trifft heute auf das Elektroauto zu.

  • Höhere Anschaffungskosten
  • geringere Energiekosten
  • der Verbrauschsvorteil ist im Stadtgebiet besonders hoch
Also wieder ein neuer Antrieb, der seinen Siegeszug im Taxigewerbe antreten kann. Voraussetzung dafür ist ein Elektroauto, welches von Reichweite und Ladezeiten für das Taxigewerbe tauglich ist. Der BYD e6 war 2010 das einzige für das Taxigewerbe taugliche Elektroauto.

  Nachtrag 2017


Gerade bekomme ich die Meldung, Peking möchte alle 70.000 Taxis auf Strom umstellen. Im Artikel das Photo von einem BYD e6.


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