Schuldturm und Pranger neu: die Radkralle

Die Finanzämter in Deutschland erfinden gerade Schuldturm und Pranger aufs neue: Die Radkralle am Auto eines Steuerschuldners.

Finanzbeamter an Sekretärin: Ist von der Firma Schulze schon was eingeganen, nachdem wir vor 2 Wochen an seinen Lieferwagen Radkrallen montiert haben?

Sekretärin: Ja, die Firma. Hat gestern Konkursantrag gestellt und Herr Schulze steht schon brav in der Kolonne wegen seiner Sozialhilfe oder Harz IV oder wie immer man das jetzt nennt.

  Der Schuldturm


Früher hat man Schuldner in den Schuldturm geworfen, damit war deren Mobilität auf den Schuldturm beschränkt. Für viele Unternehmer ist heute das Auto unverzichtbares Arbeitsmittel. Wird es mit der Radkralle still gelegt, ist es fast schon so, als ob man den Unternehmer in den Schuldturm wirft.

  Der Pranger


Früher im Mittelalter hat man verschiedene Verbrecher an den Pranger gestellt. Die ganze Gemeinde sollte sehen, Pfui, was für ein schlimmer Mensch. Was ist eine Radkralle am Auto eines Unternehmers anderes? Pfui, da ist ein elender Steuerschuldner. Den seiner Firma geht es offensichtlich sehr schlecht.

  Zeichen des Verfalls


Eine so harte Politik gegenüber Steuerschuldnern deutet auf große wirtschaftliche Probleme in Deutschland hin. Hier stellt sich die Regierung selbst an den Pranger der wirtschaftlichen Inkompetenz. Anstatt einer ökonomischen Steuerreform hällt man auf biegen und brechen am falschen Kurs fest.

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